Fachfragen zum Thema Essig


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    Eintrag Nr. 48:

    Sg. Essigspezialisten !
    Kurze Frage: Kann ich Essiggärung im Freien durchführen (Frost?, Fassschäden?)
    mfg
    Thomas


    thomas friedl, Kärnten
    09.Apr.2013 07:35:43


      Ja, ist prinzipiell möglich, wenn Sie ein Thermostat verwenden, welches die Temperatur vom Gärmedium auf 28°C hält.

    Eintrag Nr. 47:

    Hallo große EssigmeisterIn
    Ich habe ca. 20 Kilo Bierhefeflocken erhalten. Zum menschlichen Verzehr nicht mehr gut. Frage dazu: Sie schreiben von Hefewasser als Nährstoff für Essigansätze. Sind diese Hefeflocken als Minerallieferant tauglich? Wässeriger Kaltauszug oder Tee?
    Liebe Grüße Erwin Zachl


    Erwin Zachl, Oberösterreich
    14.Feb.2013 21:43:44


      Ja, sind sehr gut dafür geeignet. Da nur geringe Mengen notwendig sind (siehe Buch), würde ich die Flocken direkt zugeben. Bei Flüssigkeitszugabe (Kaltauszug bzw. Tee) wird Gärmedium nur unnötigerweise verdünnt. Wenn, dann würde ich Heißauszug machen, löst mehr Inhaltsstoffe heraus.

    Eintrag Nr. 46:

    zu Eintrag 45:
    habe jetzt meinen Fehler bemerkt: ich hab nicht die titrierte Essigprobe gemessen, sondern die nicht-titrierte (habs nach dem neuerlichen Lesen des Kapitels Analytik in Ihrem "Essig-Buch" gesehen)
    Also: heutige Messung: 4.4% Säure, 1,6% Alkohol, stimmt also exakt mit den Soll-Werten überein.


    heinz g, OÖ
    09.Feb.2013 14:31:27


      Super, passt! :-)

    Eintrag Nr. 45:

    Lb. Frau Dr. Malle / Lb. Herr Dr. Schmickl,
    .. mein "Schmickl-Reaktor" bearbeitet nun seit 10 Tagen 15l Birnenmaische ( 6,5 % Alkohol), die Essiggärung scheint gut zu funktionieren. Eine Säuremessung (Titration) nach 8 Tagen ergab 3% Säure. Die Alkoholmessung (des Gärmediums, nicht der Flüssigkeit nach der Titrierung) nach der "Schmickl-Methode" ergab immer noch 5% Alkohol, es sollten doch nur mehr ca 3% enthalten sein. Kann es sein, dass während der Essiggärung auch die Hefe aktiv ist ? ( Die Birnenmaische ist zwar schon 2 Jahre alt, der Fruchtkuchen ist im Maischefass am Boden, oben war eine klare Flüssigkeit, die allerdings noch eine Restsüsse hat. Der Alkoholwert der Maische war 16%. Das Maischefass stand in den 2 Jahren nach der Gärung in einem sehr kühlen Raum. Kann es sein, dass durch das Halten der Temperatur des Gärmediums bei 28 Grad Hefebakterien wieder aktiv wurden ?


    Heinz Gattringer, OÖ
    05.Feb.2013 09:16:21


      Nein, nach so langer Zeit ist die Hefe nicht mehr aktiv, außerdem stirbt die Hefe bei zumindest ca. 3% Säure ab. Wenn ich Ihre Beschreibung richtig verstehe, wurde die Alkoholanalyse ohne vorherige Titration durchgeführt. Wie in der Gebrauchsanweisung vom Alkoholanalyse-Set beschrieben, stört Essigsäure die Alkoholmessung. Daher vor der Alkoholanalyse den Essig immer titrieren, dadurch wird die Essigsäure neutralisiert.

    Eintrag Nr. 44:

    Ich habe eine ganz blöde Frage. Hier im Ort gibts eine Brennerei, die verkauft einen Apfel Cidre - ungeschwefelt. Den könnte man ja theoretisch für Apfelessig nehmen. Hat nur zu wenig Alkohol. Könnte man diesen mit Hochprozentigem "aufpumpen"?

    Jenny, NRW
    29.Jan.2013 19:41:08


      Ja, das funktioniert problemlos. Ich würde jedoch nicht mehr als ca. 7%vol Alkohol einstellen, ergibt ca. 6 - 6,5% Säure im fertigen Essig.

    Eintrag Nr. 43:

    Hallo
    Seit nun rund 2 Wochen läuft der neue Essigreaktor und es entwickelt sich alles bestens, Gärbeginn war in ca 36h, nun ist der Eimer seit rund 10 Tagen mit 16l Zwetschgenwein befüllt, gemäss Titration von heute hat es 4% Essigsäure, gemäss Alkoholbestimmung noch 3% Vol.
    Frage 1: Bei der Alkoholbestimmung nach Schmickl bleibt immer etwas in der Pasteurpipette (wie Kondenswasser), auch nach kräftigem ausblasen. Ergibt das eine grössere Fehlertoleranz? Wie lösen Sie dies?
    Frage 2: Was sind das genau für Luftfilter beim Reaktor, eventuell mit Aktivkohle? Möchte mir bald zusätzliche anschaffen, für ein kleines Fass.


    Michael Keller, Schweiz
    30.Okt.2012 08:32:27


      Super, freut mich, weiterhin Gutes Gelingen!
      ad 1) Die Pipette vom Reagenzglas lösen, wieder in die Halterung einsetzen und mehrmals auf die Halterung fallen lassen (nur ca. 5 bis 10 cm hoch). Der Silikonschlauch verhindert, dass Pipette durchfällt. Den Rest dann ausblasen. Wenn jedoch ein gewisser Rest in der Pipette verbleibt ist das kein Problem, da bei der Berechnung das fehlende Volumen auch berücksichtigt wird.
      ad 2) Nein, dies ist keine Aktivkohle, sondern Kunststoffkügelchen. Klein genug, dass Essigfliegen nicht durch können. Alternative: z.B. offenen Gärspund mit Küchenrollenpapier und Gummiring abdecken.

    Eintrag Nr. 42:

    Hallo Frau Dr. Malle und Herr Dr. Schmickl,
    vielen Dank für die schnelle Antwort (Eintrag Nr. 41). Nun habe ich doch noch eine bzw. zwei Fragen.
    Es sind ja im Grunde 2 Kreisläufe, einmal der Wasserkreislauf mit der Heizung
    und der Kreisläuf für das Gärmedium.
    1) Könnte man nicht gleich die Maische ö.ä. direkt erwärmen beim Rieseln (z.B. mit einem ETH) und den Gärtopf, z.B. ein Multitopf,
    so gut isolieren, so das die indirekte Erwärmung bzw. Warmhaltung durch das Wasser wegfallen (ggf. die Rieselintervalle erhöhen) kann?
    2) Kann ich auch für den "Essigkreislauf" Meerwasseraquarienpumpen (Salzwasser tauglich) nutzen?
    Frage lieber nochmal nach bevor ich womöglich "Murks" zusammenbastle, weil ich was nicht richtig verstanden habe.
    Vielen Dank nochmal für eine Antwort!
    Freundliche Grüße
    Thomas Schmidt


    Schmidt, Thomas, Baden-Württemberg
    12.Okt.2012 17:49:01


      ad 1) Hängt von der Berieselungsfrequenz und -dauer ab. Bei 15 min alle 3 Stunden wäre es trotz Isolation besser zwei Kreisläufe für das Gärmedium zu verwenden: einen für die Heizung ununterbrochen in Betrieb und einen zweiten (ohne Heizung) für die Berieselung. Wenn keine Zwangsbelüftung mittels Luftpumpe o.ä. erfolgt, macht erfahrungsgemäß eine Erhöhung der Berieselungsfrequenz keinen Sinn.
      ad 2) ja
      Kein Problem, wünsche Ihnen Gutes Gelingen!

    Eintrag Nr. 41:

    Hallo Frau Dr. Malle und Herr Dr. Schmickl,
    freut mich sehr, das man hier Fragen stellen kann. Seit einigen Monaten schmöckere ich schon in Ihrem Buch zum Thema. Ich finde Sie haben die Essigherstellung mit einfachen Worten sehr gut beschrieben und jetzt traue ich mir so langsam auch zu, die ersten Versuche zu machen.
    Momentan bin ich dabei die entspechenden Materialien zu besorgen. Welche und worauf man achten sollte, ist ja im Prinzip alles im Buch beschrieben. Nun habe ich mich gleich für das Fesselverfahren entschieden und finde die Idee mit dem ETH (Durchlaufheizer) ganz gut.
    Nun, aber zur Frage: Kann ich den bedenkenlos irgendeine Umwälzpumpe bzw. ETH nehmen. Auf meiner Liste stehen derzeit 2 kleine Pumpen aus dem Aquarienbereich.
    In den Foren habe ich leider keine Antwort zu meiner Frage gefunden...
    Vielen Dank für eine Antwort!
    Freundliche Grüße
    Thomas Schmidt


    Schmidt, Thomas, Baden-Württemberg
    10.Okt.2012 07:19:46


      Danke, das freut uns! War gar nicht so einfach bei diesem komplexen Thema.
      Können Sie verwenden, wenn beides auch für den Einsatz in Meerwasseraquarien (Salzwasser) geeignet ist.

    Eintrag Nr. 40:

    Hallo,
    beim Herstellen von Essig mit Oberflächenverfahren habe ich immer wieder mal ein Fass, das trüben Essig hat.
    An was kann das liegen, wie kann man das vermeiden, wie kann man die Trübung entfernen?


    Uli, Württemberg
    08.Okt.2012 22:38:33


      Trübes Grundmaterial verursacht trüben Essig. Wir haben einmal zu ca. 5 Liter Weingeist/Wasser-Gemisch (glasklar) wegen der fehlenden Nährsalze ca. 0,25 Liter naturtrüben Apfelsaft gegeben (ein klarer Apfelsaft war gerade nicht zur Hand). Nach der Essiggärung zeigte sich eine sehr starke Trübung. Auch nach dem Filtrieren mit Faltenfilter "fein" war der Essig noch nicht vollkommen klar. Erst nach einigen Monaten Lagerung, als sich die Trübstoffe abgesetzt haben.
      Es könnte aber auch an den Essigbakterien liegen. Manche neigen zur Bildung von Essigmutter bzw. zur Verschleimung im Reaktor, andere verursachen eine Trübung und weiße Flocken. Für das Ergebnis macht es jedoch keinen Unterschied, solange die Essigmutter immer wieder entfernt wird, sobald sie braun wird. Die Trübung entweder mit Faltenfilter "fein" abfiltrieren oder den ausgegorenen Essig zumindest einige Monate stehen lassen, dann setzten sich auch diese Trübstoffe am Boden ab. Danach Essig abziehen oder filtrieren.

    Eintrag Nr. 39:

    Lb. Frau Dr. Malle / Lb. Herr Dr. Schmickl,
    ... bin gerade dabei, die Umgebungsbedingungen für die Essigerzeugung mit dem "Schmickl-Reaktor" zu planen. Ich möchte das in einem Nebengebäude des Hauses durchführen, wo es im Winter mitunter auch gefrieren kann.Ob da die Wasserbadmethode zur Erhaltung der für die Essiggärung erorderlichen 28 Grad (des Gärmediums bzw. im Reaktor) noch gegeben ist, ist fraglich. Daher folgende Überlegung: Ich nehme einen (kältetechnisch) nicht mehr funktionierenden Getränkekühlschrank (hab ich kostenlos von einer Brauerei bekommen) und funktioniere ihn zu einem Wärmeschrank um. 2 x 40 Watt Glühbirnen (zwei wg Redundanz, wenn eine ausfallen sollte) sind die Wärmequelle, ein Universalthermostat regelt die Schaltzeitpunkte: bei 27 Grad einschalten, bei 28,6 Grad ausschalten; bei den ersten Versuchen wurden (ohne Gärmedium im Schrank) 13 min Aufwärmzeit und 17 min Abkühlzeit gemessen (das wären ca 830W pro Tag). Jetzt ist aber noch das Problem der für die Essiggärung ausreichenden Sauerstoffzufuhr zu bedenken: ist es hier notwendig, die Luftzu- und Abfuhr am Reaktor nach aussen (durch die Wand des Schrankes) zu führen ?
    Daher folgende Fragen: 1) ist das überhaupt eine sinnvolle Idee? 2) das Problem der ausreichenden Sauerstoffzufuhr 3) entstehen während der Essiggärung eventuell noch Gase, deren Konzentration in einem (mehr oder minder) geschlossenen kleinen Raum nicht unbedenklich sein könnten?


    heinz g, OÖ
    30.Sep.2012 18:41:26


      Stimmt, das Problem wegen dem Sauerstoffbedarf sehe ich auch. 1 Liter Ethanol benötigt 552 g Sauerstoff zur Umwandlung in Essigsäure. Da nur ca. 75% des zugeführten Sauerstoffes verwertet werden, ergibt dies ca. 131 Liter Luft (20°C, 1 atm) je Liter 5%'iger Essig.
      Ob diese Art der Heizung tatsächlich funktioniert kann man nur ausprobieren. Jedoch ist zu bedenken, dass eine unregelmäßige Erwärmung des Reaktors, z.B. mittels Lampen oder seitlich aufgestelltem Heizkörper, zu Spannungsrissen führen kann, siehe Gebrauchsanweisung Seite 11. Daher am besten zwischen Lampen und Reaktor eine Blende oder etwas ähnliches anbringen. Abgesehen davon ist die Essiggärung exotherm, es wird durchs gären also warm im Reaktor. Daher sollte der Reaktor selbst nicht beheizt werden (nur der Gärbehälter darunter), um zu vermeiden, dass sich die Gärwärme aufstaut.
      Nein, bei der Essiggärung entstehen keine Gase.

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    Design und Implementierung:
    Helge Schmickl