Essigreaktorbeschreibung |
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EssigreaktorDie Funktionsweise des Essigreaktors beruht auf dem Fesselverfahren. Bei diesem siedeln sich Essigbakterien in einem Festbettreaktor auf Füllkörpern an und werden zu bestimmten Zeitpunkten mit dem Gärmedium übersprüht. Im Wesentlichen ist die Aktivierung der Füllkörper relativ einfach: den Reaktor einige Tage mit gärendem Essig betreiben, damit die Bakterien die Füllkörper besiedeln können, danach kann das Gärmedium durch Alkohol ersetzt werden. Sobald dieser zu Essig umgewandelt wurde, den Essig wieder durch Alkohol ersetzen usw. Die Handhabung des Essigreaktors ist im Buch "Essig herstellen als Hobby" ausführlich beschrieben. Für geschmackvolle Maischen, Weine oder z.B. Bier eignen sich als Füllkörper am besten anorganische, geschmacksneutrale Materialien, wie z.B. Zeolithe (s. Bild unten).
Werden zu den geschmacksneutralen Füllkörpern jedoch auch aromagebende Stoffe in den Reaktor gegeben, eröffnet sich eine unglaubliche Vielfalt an Möglichkeiten unterschiedlichster Geschmacksrichtungen. Je nach gewünschter Geschmacksintensität und abhängig vom jeweiligen Material, können ca. 10 - 90 % des Reaktorvolumens mit Kräutern, Gewürzen, Dörrobst usw. befüllt werden. Oder Sie verwenden, wie es früher üblich war, nur reine Buchenholzspäne (eventuell geräuchert), um damit Ihrem selbst vergorenen Essig eine besondere Note zu verleihen.
Der Fesselgärungsessig ist geschmacklich weder ein reiner Gärungsessig noch ein Ansatzessig. Die Essigbakterien siedeln sich auch auf den aromatischen Füllkörper an, d.h. der Fermentationsprozess findet direkt auf dem Pflanzenmaterial statt, wie im nebenstehenden Bild gut zu erkennen ist. Dabei werden wie beim herkömmlichen Gärungsessig Geschmacks- und Aromastoffe freigesetzt, jedoch bei der Essiggärung, also der zweiten Gärungsstufe, nicht nur bei der ersten, der alkoholischen Gärung. Beim herkömmlichen Gärungsessig wird in der zweiten Gärungsstufe „nur“ noch der Alkohol in Essig umgewandelt, die Geschmacks- und Aromastoffe stammen ausschließlich aus der Maische. Weil diese vor der Essiggärung überdies noch filtriert wird, kann der Geschmack bei der Essiggärung sicher nicht mehr zunehmen. Der Fesselgärungsessig unterscheidet sich geschmacklich auch vom Ansatzessig, weil der Geschmackübertrag, wie beschrieben, nicht allein auf Extraktion (dem Herauslösen bestimmter Substanzen durch ein Lösemittel) beruht. Bei Trockenfrüchten und Dörrobst, auch wenn die Früchte nur sehr wenig Zucker enthalten, wird der Essig vollmundiger und milder als bei einem reinen Ansatzessig. Natürlich kann beim üblichen Säuregehalt von ca. 5 - 6 % die Gärung beendet werden. Es ist jedoch durchaus sinnvoll, durch Zugabe von Obstbrand oder hochgradiger Maische bis auf ca. 10 % Säure oder mehr zu gehen, wobei mindestens drei Viertel des Reaktors mit aromatischen Füllkörpern befüllt sind. Der Geschmack und das Aroma sind dann derart intensiv – schon beim Öffnen verströmt die Essigflasche einen starken Duft im ganzen Raum –, dass zum Würzen nur noch wenige Tropfen davon genügen. Im Vergleich zum Oberflächenverfahren ergeben sich folgende Vorteile:
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| Design und Implementierung: Helge Schmickl |